Pustekuchen (Update zur Verschwoerungstheorie)

Computer wieder defekt. War wohl nach dem service ohne Hardware Austausch zu erwarten. Diesmal mit E-Mail Kontakt zum IWS (international warranty service) Lenovo. Der laden, in dem ich sonst immer war, schien mir etwas wirr.
Also: weiter warten. Und zur Verschwörungstheorie: tatsächlich habe ich als eine der letzten Aktionen am Computer eine Garantie Verlängerung erworben. Kostete happig, dafür Austauschgerät bei Eigenverschulden… Das wird auch bald notwendig, wenn ich dann ausraste weil der service hier im Gegensatz zum deutschen Thinkpad service einfach sehr sehr langsam ist.

Sie können Ihre Arbeit nun fortsetzen

Nach einem ohnehin unglaublich langen und guten, sehr guten Tag (Shangai World Financial Tower, 100F, 97F, 94F, Massage im 3F, danach über die Straßen schweben und den Tag mit Streetfood ausklingen lassen) und einer Skype-gefüllten Nacht, die dann im Morgengrauen endete, bin ich doch im Anschluss heute morgen tatsächlich frohen Mutes losgezogen, mein Notebook wieder vom Lenovo Customer Service Center an der Shanghai Railway Station abzuholen. Überraschenderweise war es heute wieder betriebsbereit – angeblich ohne Hardwaretausch.

Um euch ein wenig an der Tortur teilhaben zu lassen, hier ein kurzer Abriss:
Das Betriebssystem wird zur Systemzeit ‎2014‎-‎09‎-‎07 19:31:08 heruntergefahren. Am kommenden Tag wird es nicht erwachen. Keine einzelne Umdrehung ließ der Lüfter von sich hören, das einzige, was am Computer noch lief was die blinkende An-Taste.

Am 08.09. (Feiertag in China) gehe ich also das erste Mal los, um den im Internet zufällig durch einen Hinweis in einem Forum gefundenen Service Store zu suchen. Auf einer Karte oder aber auf der offiziellen Webseite konnte ich den bis heute nicht finden. Aber ich habe ihn durch die Hilfe einiger Polizisten gefunden. Da aber wie gesagt Feiertag war, waren die “Service Engineers” leider nicht wirklich zum Helfen aufgelegt. Sie verwiesen mich an ihren Telefonapparat, an dem ich das Gerät für den internationalen Garantieservice registrieren sollte.
Mein Gerät durfte ich nicht dalassen.

Am 09.09. bringe ich also mein Gerät hin. Bekomme eine Quittung und die Ankündigung, es dauere so 3-5 Tage.

Am 14. oder 15. dagewesen. Läuft noch nicht. Ich solle doch wiederkommen, wenn man mich angerufen habe.

16. und 17.09. diverse Telefonate mit dem Lenovo-Laden. Das Mainboard in meinem Gerät passe nicht zu der Machine-Nr. – kein Wunder, wurde schließlich gerade im Juli getauscht. Ich könne in 4-5 Tagen damit rechnen, dass er wieder laufe.

Und heute dann: Aus der vom Schlafmangel geborenen Idee wurde überraschend Wirklichkeit – nach einem Kaffee bei Starbucks und dem weiteren Warten vor dem Lenovo-Laden (Öffnungszeit ist 08:30 Uhr; die Herren kamen 5 Minuten später aus allen Himmelsrichtungen angerannt und öffneten dann 5 Minuten später auch die Tür) konnte ich das Gerät also tatsächlich wieder anschalten und schreibe jetzt ein wenig über die letzten Tage (hier: was das Notebook angeht.)

Wie wäre es an dieser Stelle mit ein bisschen Verschwörungstheorie? Gerade eben erinnert mich der Computer daran, dass die Garantie in exakt 2 Monaten durch ist… Ob man mich so zu einer Verlängerung überreden möchte?

Gleich rekonstruiere ich mal die sonstigen Erlebnisse der letzten zwei Wochen… Man verzeihe die u.U. auftauchenden Fehler und Macken im Text.

Flug, Ankunft, Einzug I, Einzug II. (04.-06.09.)

Nach einem ziemlich unkomplizierten Flug nach München hatten wir eine kurze Wartezeit am Münchener Flughafen. Da ich in Hamburg das Fortsenden von zwei Karten vergessen hatte, musste das auf jeden Fall noch in Deutschland nachgeholt werden. Schon bald danach Boarding für Flug nach Shanghai. Super-angenehmer Flug im A340-600. Zwischen Abendessen und Frühstück / Brunch blieb ein wenig Zeit um zu schlafen. Die konnten wir auch ganz horizontal verbringen, obwohl die wahrscheinlich luftdruckgeregelten Sitze manchmal bisschen nervten.

Zurück ab Boden dauerte es dann leider eine halbe Stunde, bis wir das Flugzeug verlassen durften. Die Körpertemperatur, die bei Betreten des Bereiches der Grenzkontrolle über Wärmebildkamera überwacht wird, machte mich sofort verdächtig und führte zu einer erneuten Messung, einem kurzen Gespräch über mein Wohlbefinden und den Konsum von Heißgetränken in der letzten Zeit.

Obgleich es riesige Menschenmassen waren, die vor der Border Control warteten, konnten wir uns recht zügig dem Immigration Check unterziehen. Nachdem das nach einer kurzen Wartezeit erledigt war, standen unsere Gepäckstücke schon parat. Kurz noch Tickets für den Transrapid lösen – erneut Gepäck scannen lassen (wie zukünftig bei jedem Eintritt in eine Metro-Station… wobei man auch lernt, es zu …) und ab in den Hochgeschwindigkeitszug. Wenige Minuten später ist man schon am Stadtrand und könnte von dort die Reise mit der Metro fortsetzen. Wir haben uns an der Stelle aber dazu entschieden, bisschen was zu essen. Bei den Damen und Herren von “Super Chicken” konnte man nach einiger Zeit unseren Wunsch verstehen, etwas zu essen, von dem wir einigermaßen erahnen können, was es vorher mal war. Die freundliche Frage des Personals “U Chicken?!” führte dann zu Bestellung unsererseits. IMG_20140905_174225Mit dem Hühnchen in der Hand ging es dann los, wir haben uns erstmal hin- und uns damit dem Bestaunen der Passanten ausgesetzt. Danach ging es fix weiter und mit der Metro zu Martins WG, die er schon vorher arrangiert hatte. Bis dahin haben wir zwar einen guten Fußmarsch hinter uns gebracht, konnten abends aber mit einem Dach über dem Kopf einschlafen. Vorher haben wir selbstverständlich noch in Straßenküchen gegessen und uns mit Allerlei eingedeckt (Wasser, Obst).

Tatsächlich habe ich also lange auf dem Sofa der Chinesisch-Norwegisch-Deutschen WG geschlafen, sodass Martin schon von seinem ersten Shoppingtrip des Samstags zurück war. Davon habe ich unter anderem auch durch die Haferflocken profitiert, die ich, gut kombiniert mit den am Vortag erworbenen Bananen, als Frühstück gegessen habe. Von dort aus bin ich los, Martins Hauptmieter hat mir mit dem Gepäck noch bis auf die Straße geholfen. Dort bin ich dann mit dem Taxi los und wurde für 2-3 Euro am Eingang der Tongji University abgesetzt. Dort fand die Begrüßung der National Students statt, sodass ich in dem Rummel als einziger Nicht-Asiate unterging. Später finde ich doch noch eine Mexikanerin, einen Österreicher, viele viele Deutsche und… Deutsche.

Der Registrierungsprozess war einfach – ich musste ein paar Autogramme geben und neben der Semestergebühr für das Zimmer (Schnapper!) noch ein bisschen Überzeugungsarbeit leisten, um vorher die Räume sehen zu dürfen. Das wurde dann aber freundlicherweise ermöglicht und gab den Blick auf ein schönes kleines Zimmer in einem Zusammenschluss von zwei Zimmern frei. Eine Küche teilen wir uns zwar mit dem ganzen Stockwerk, immerhin haben wir einen eigenen Kühlschrank. Die eine oder andere Ecke müsste vielleicht noch saubergemacht werden, aber das kommt bald.

Apropos Deutsche: Zum Beispiel beim Kauf einer SIM-Karte war mir ein deutscher Rechtsstudent besonders behilflich, der durch seine schon vorhandenen Chinesischkenntnisse den Kaufprozess erheblich beschleunigte. Nun bin ich sowohl mit Guthaben für den innerchinesischen Mobilfunkverkehr als auch mit Datenvolumen und einer Inter-Planetary-Card ausgestattet, sodass ich auch ohne WLAN / Internet Anrufe nach Deutschland machen kann.
Gemeinsam haben wir auch noch eine Metro-Card besorgt und im McDonalds gegessen (Mittagessen und Abendessen könnte ich jetzt nicht zuordnen, man isst einfach ab und zu…) und im Starbucks das Internet benutzt (und: Kaffee getrunken). Das ist im Wohnheim (12. Stock) nämlich eher schwierig, es ist nur das Campus-WLAN vorgesehen. Morgen mal schauen, ob es vielleicht trotz der schlechten Erfahrungsberichte meines Nachbarn klappt.

Heute abend waren wir noch in Pudong am Bund River. Eine fantastische Sicht auf Hochhäuser, Leuchtreklame und Schiffe auf dem Bund. Nach einem Bier und Geburtstagsständchen ging es mit dem Taxi zurück gen Tongji-Campus, wo wir noch mit einem Bier im Park den Abend ausklingen ließen. Jetzt bin ich bereit für meine erste Nacht im Studentenwohnheim – jetzt wäre zwar die Temperatur perfekt zum Laufengehen, aber das verschiebe ich erstmal…

Einpackfieber

Neben vielen anderen Umzügen bin auch ich durch die Vorbereitung auf das Auslandssemester schon ganz im Einpackfieber. In 5 Tagen geht der Flieger nach Shanghai – in diesem Blog möchte ich, als Bericht, als Erinnerung und vielleicht auch ein bisschen als Selbsttherapie über meine Erlebnisse berichten.

Der Kulturschock kommt bestimmt. Ich freue mich, wenn ihr das Geschehen fleißig verfolgt!