/home/rbrueckner

PPP: alea iacta est

2009 February 8th
0 Comments

Nun ist es soweit, die Stipendiaten wurden ausgewählt, die Würfel sind gefallen. Ein kleiner Rückblick.
Sommer / Herbst letzten Jahres habe ich die Bewerbungsunterlagen für das Parlamentarische Patenschaftsprogramm erhalten, meine zuständige Organisation: AFS. Nach einer kurzen Internetrecherche noch keine wirklich negative Erfahrungen, also geht es daran, die Bewerbungsunterlagen auszufüllen. Dazu gehören neben einem Fragebogen auch ein Motivationsschreiben und ein Empfehlungsschreiben der Schule.
Die Bewerber des Komitees Koblenz wurden dann zu einem Auswahlwochenende in Mayen eingeladen. Dort wurde ein Staatsbürgerkundetest für die PPPler, und viele Gruppenspiele für alle Bewerber durchgeführt. Schon während des AWEs habe ich angefangen, an dem Konzept von AFS zu zweifeln: Die Mitarbeiter dieses Wochenendes waren ehemalige AFSler – die jedoch keinen großen Altersunterschied zu uns hatten. Das Einzelinterview, welches am letzten Tag stattfand glich eher einem Tribunal als einem Interview, zum Teil war es ein Kreuzfeuer von Fragen.
Nundenn, trotz meiner Empörung über den Umgang mit mir beim Einzelinterview erhalte ich Wochen später einen Brief mit der Mitteilung, dass ich im Auswahlverfahren weiter sei. Dieser Mitteilung beigefügt ist eine schlecht kopierte Information zum Auswahlverfahren des PPP. Fröhlich bemerke ich, dass ich laut Auswahlverfahrenshinweisen mich noch mit 4 weiteren Bewerbern um einen Platz streite.
Wieder geschieht wochenlang wieder nichts. Dann erhalte ich einen Anruf von einer privaten Festnetznummer, vom Komitee Koblenz. Ob ich denn am Samstag in einer Woche mit meiner Familie Zeit für ein Interview habe. Aufgrund einer Familienfeier kann ich leider nicht zusagen, mir wird aber versichert, dass ich einen Ersatztermin erhalte und dies auf keinen Fall Einfluss auf die Auswahl haben wird.
Wieder ein, zwei Wochen später erhält eine Mitbewerberin einen Anruf von MdB Fuchs, unserem direkt gewählten CDU (bah!) Wahlkreisabgeordneten. Sie werde zu einem persönlichen Gespräch in dem Wahlkreisbüro Koblenz gebeten. Ich versuche mich bei AFS und bei meinem Komitee-Menschen telefonisch bemerkbar zu machen, bei beiden erhalte ich jedoch keine Person zu einem Gespräch, was denn nun mit meinem Familieninterview sei.
Mit wird – wieder ist ein wenig Zeit vergangen – mitgeteilt, dass ich mir doch keine Sorgen machen solle, dass die MdBs noch nichts entschieden haben und immernoch Zeit für das Familieninterview sei.
Beim MdB erfährt meine Mitbewerberin, dass sie die Ersatzkanidatin für das Stipendium ist. Sie solle sich doch alle ein bis zwei Wochen melden, ob der Erstkanidat nicht doch abgesprungen sei.
Und ohne sich jetzt aufzuregen, dass ich das Stipendium nicht bekommen habe (wozu ich auch keinen Grund habe, hier in DE ist meine Familie, ich werde bald Onkel, hier ist meine Freundin) bin ich doch etwas von diesem PPP-Zeug enttäuscht. Wie kann es sein, dass ein staatliches Stipendium von Personen verwaltet wird, die gerade ein, zwei Jahre älter als die Bewerber selbst sind? Wie kann ein Ersatztermin versprochen werden, die niemals mehr stattfinden wird? Und warum soll sich die Ersatzkanidatin alle ein bis zwei Wochen melden, ist das eine Unfähigkeit von Fuchs oder seinen Mitarbeitern?
Jedem, der sich überlegt, sich für das PPP zu bewerben kann ich nur raten: Stellt euch auf Torturen ein. Seid darauf gefasst, dass man euch hinhält und nicht kontaktiert, dass man davon ausgeht, dass ihr euch um Informationen reißt.
Für diese miserable Organisation und ein enttäuschendes Auswahlwochenende erhält AFS Koblenz von mir keine Schulnote mehr, dass wäre noch schmeichelnd. Da fließt das Staatsgeld hin, da fließt Congressgeld hin. Aber richtig eingesetzt wird es nicht.

Tut sein in: Reallife



(required)



(required) (Won't be displayed)


Bitte beachten Sie, dass jegliche kommerzielle und nichtkommerzielle Werbung in den Kommentaren kostenpflichtig ist. Fühlen Sie sich frei, werbliche Einträge vorzunehmen. Bitte vergessen Sie nicht, mir Ihre Adresse für eine postalische Zustellung der Rechnung zukommen zu lassen. Andernfalls wird Ihnen die Rechnung via email zugestellt. Für jeden werblichen Eintrag wird das Werbe-Abo abgeschlossen, dieses läuft 24 Monate und kostet für Sie nur exklusive 8899€. Sie erhalten nach Eingang Ihrer Zahlung sogar den exklusiven /home/rbrueckner-Kugelschreiber.

text: